Imkerverein Frankfurt (Oder) e.V.

Bienenstich

Ein Bienenstich – was tun?

Auf keinen Fall den Stachel zwischen Daumen und Zeigefinger greifen und herausziehen. Hat wirklich eine Biene gestochen, dann befindet sich am Stachel in der Regel noch die Giftblase mit ihrem Nervenknoten, der dafür sorgt, dass die Giftblase vollständig geleert wird.
Nehmen Sie Ihren Daumen und schieben Sie mit dem Daumennagel den Stachel aus der Stichstelle. Danach können Sie das Wunderwerk der Natur in Ruhe betrachten: Sie sehen den Stachel mit der pulsierenden Giftblase.
Wenn Sie sich satt gesehen haben, greifen Sie zu einer aufgeschnittenen Zwiebel und verreiben Sie diese auf der Stichstelle. Das kühlt und desinfiziert zugleich. In der freien Natur hat man meistens keine Zwiebel zur Hand. Wer geht schon mit einem Zwiebelsack wandern?! Die Natur kann helfen.
Suchen Sie eine Handvoll Spitzwegerich, drehen Sie die Blätter zu einem Strang bis er feucht wird. Dann legen Sie die feuchten Blätter auf die Stichstelle.

Kann jede Biene stechen?

Eine Königin wird gleich mit einem Giftvorrat geboren. Ihr Stachel befindet sich gut verankert im Hinterleib und reißt nach einer Benutzung nicht ab. Muss doch die Königin nach dem Schlupf ihre evtl. vorhandenen Konkurrentinnen abstechen. Hier gilt das Naturgesetz – der Stärkere gewinnt!
Arbeiterinnen werden auch gleich mit Stachel geboren. Ihre Giftblase füllt sich erst allmählich nach dem 3. Lebenstag und ist ca. ab den 15. Tag voll einsatzfähig (ab ca. dem 18. Tag beginnt für die Biene der Wachdienst am Flugloch). Wehrt die Arbeiterin ein anderes Insekt, wie z.B. eine Wespe ab, dann verliert sie ihren Stachel nicht. Passiert das vor dem 20. Lebenstag wird die Giftblase wieder gefüllt. Nach dem 20. Tag endet die Giftproduktion.
Sticht die Biene einen Menschen oder ein Säugetier (Pferd, Hund…) bleibt der Stachel in der Lederhaut stecken und reißt aus dem Hinterleib heraus. Das hat den Tod der Biene zur Folge.
Wie ist das mit den männlichen Bienen, den Drohnen? Sie sind laut, kräftig, aber ohne Waffen. Keine Giftblase, keinen Stachel! Sie müssen nicht wachen, abwehren und kämpfen. Ihre Aufgabe ist es für Harmonie im Volk zu sorgen und die Gene der Königin weiterzugeben, d.h. Begattung anderer Königinnen.

Warum schmerzt ein Stich und schwillt an?

Ein Stich tut immer weh – auch dem Imker, der zeigt es nur nicht! Allerdings entwickelt man als Imker mit den Jahren eine Resistenz, vor allem an den Händen und Beinen. Leider nicht im Gesicht (Oberlippe, Nase) Aber schmerzen tut es immer! Deshalb achten wir sehr auf die Zucht von sanftmütigen Bienen.
Unsere Bienen sind keine Stechmonster. Sie suchen Nektar und Pollen. Werden sie gequetscht oder geschlagen, dann wehren sie sich. Ich mag es auch nicht, wenn ich mich jemand ohne meinen Willen anrempelt oder festhält.

Was bringt den Einstich zum Anschwellen?

In unserer Haut befinden sich bis zu 200 Nozizeptoren / cm². Das sind Rezeptoren, die bei Verbrennungen, mechanischen Verletzungen oder chemischen Substanzen in Erregung versetzt werden. Im Bienengift ist es das Melittin (ein Peptid), das für den Schmerz verantwortlich ist. Es koppelt an die Membran der Rezeptoren, die sofort eine Muskelkontraktion auslösen. Diese bewirkt, dass wir reflexartig zurückzucken (Selbstschutz).
Bienengift ist eine bittere, klare und schwach aromatische Flüssigkeit. Sie besteht aus über 50 verschiedenen Substanzen. Das Melittin ist zu 50% vertreten.
Die giftigste Komponente ist ebenfalls ein Peptid- die Phospholipase. Sie ist bis zu 12 % im Bienengift vertreten (Anteil von Melittin und Phospholipase in der Trockenmasse gemessen). Die Phospholipase ist auch für die Auslösung der Bienengiftallergie verantwortlich.


Bienenstich kann auch gut schmecken – wenn er aus der Backröhre kommt.